Tanz und Tänzer sind eins

„DaDaOne“ ist die Abkürzung von „Dance and Dancer(s) are One“ („Tanz und Tänzer sind eins“). Diesen Satz nutzte vor vielen Jahren der vietnamesische Zen-Meister Thich Nhat Hanh bei einem seiner Vorträge und er prägte sich mir tief ein.

Leben in seiner freien Essenz ist für mich seiner Natur nach am ehesten mit einem freien Tanz vergleichbar. Die Elemente, Moleküle und Lebewesen bilden ständig neue Formationen, Formen, Paarungen, Verbindungen und Bezüge. Es gleicht mir einem unglaublich kreativen gemeinsamen Spiel, welches durch diese Dynamik bestmöglich für alle zu sorgen scheint. Und so scheint es, als würde die Natur sich dabei auch noch ständig selber feiern. „Natur ist glücklich“ schrieb 1919 der berühmte deutsche Dichter Rainer Maria Rilke. Natur scheint Effizienz, Selbstorganisation, Kreativität und Glück perfekt zu verbinden. Alles verbindet sich miteinander wie ein großer Organismus.

Die Einheit allen Lebens ist nicht nur eine philosophische Idee. Sie ist ganz physisch Realität und die Natur dieses Lebens. Aber wie bereits beschrieben sind die (Lebens-) Formen dieser Einheit einem ständigen Wandel unterworfen, einem vermeintlich ständigem Sterben und Neu-Geborenwerden. Und jede Lebensform darin hat ihre eigenen Bedürfnisse, um am Leben zu bleiben und gleichzeitig bestmöglich zum großen Tanz beizutragen. Aus diesen Bedürfnissen heraus geht sie ständig neu in Beziehung mit den ebenfalls immer wieder neuen Zuständen und Bedürfnissen der sie gerade jetzt umgebenden Welt.

Nur wir Menschen scheinen uns sehr schwer damit zu tun, diesen grundlegenden Wandel des Lebens wirklich mitleben zu wollen. Stattdessen versuchen wir Formen zu schaffen, die entgegen der lebendigen Natur möglichst lange Bestand haben: Sei es als Materialien, wie z.B. Plastik und Beton, sei es als Verträge, wie Ehe-, Arbeits- oder Gesellschaftsverträge, oder aber vor allem als fixe Einstellungen, Urteile und Verhaltensweisen. Dadurch versuchen wir sicher zu stellen, dass unsere eigenen Bedürfnisse möglichst dauerhaft erfüllt werden. Andererseits blockieren und vergessen wir dadurch den natürlichen Kreislauf von Geburt und Tod und verlieren damit den Kontakt zum und das Vertrauen in unsere eigentliche Natur, welche aus der Einheit stammt. Und das Leben verliert immer mehr seine tanzende, glückliche, selbstorganisierende und selbsterneuernde Qualität – nicht nur im individuellen Erleben, sondern auch in unserer dabei zunehmend kontrollierten Umwelt.

Die Ursache davon liegt meiner festen Überzeugung nach in unserer Psyche und dort vor allem in weit verbreiteten Gefühlsblockaden. Denn unsere Psyche ist sehr wohl dazu fähig, sich gleichzeitig harmonisch mit uns selbst und der sich ständigen verändernden Welt und ihrer Bedürfnisse zu verbinden, so dass wir glücklich und in Frieden miteinander und der Welt leben könnten. Dazu besitzt sie einen hocheffizienten Mechanismus, der uns grundsätzlich ständig in Beziehung mit dem aktuellen Zustand der Welt bringen kann. Dieser Mechanismus besteht im Fühlen.

Allerdings wird die Bedeutung dieses Mechanismus für unser persönliches und kollektives Glück meiner Wahrnehmung nach kollossal unterschätzt. Während die Ratio insbesondere jetzt im Zeitalter der Digitalisierung immer dominanter wird, leidet gleichzeitig unsere Fähigkeit, mit dem Tanz des Lebens unmittelbar in Beziehung zu gehen, in vergleichbarem Ausmaß. Eine vollkommen unnötige und auch gefährliche Entwicklung, wie man insbesondere an der derzeitigen Klimaerwärmung und zunehmenden Umweltzerstörung deutlich sehen kann. Aber auch schon alleine die ganz individuelle Lebensintensität und -tiefe, die dafür von so vielen Menschen geopfert wird, berührt mich sehr.

Ich denke, es ist jetzt die Zeit gekommen, das grundlegend zu ändern. Höchste Zeit, den wichtigsten Partner unseres Verstandes, das bewusste Fühlen, wieder in alle unsere Lebensbereiche zu integrieren. Einfach nur, um wieder in Beziehung mit dem Zustand der Welt in genau diesem Augenblick zu kommen. Und daraus dann..

  • Entscheidungen zu treffen, die wirklich kreativ und verantwortlich sind
  • die eigene ursprüngliche Lebensintensität zurück zu gewinnen
  • miteinander erfüllend und nachhaltig effizient zu leben und zu arbeiten
  • und letztlich so glücklich wie nur möglich leben zu können.

Mögen meine Angebote hierzu bestmöglich beitragen.

Berlin, 24. Mai 2020

Gunnar Görke