Tanz und Tänzer sind eins

„DaDaOne“ ist die Abkürzung von „Dance and Dancer(s) are One“ („Tanz und Tänzer sind eins“). Diesen Satz nutzte vor vielen Jahren der vietnamesische Zen-Meister Thich Nhat Hanh bei einem seiner Vorträge und er prägte sich mir tief ein. Thich Nhat Hanh war ebenfalls der erste Mensch, von dem ich das Kunstwort „Interbeing“ oder „Intersein“ hörte. „Tanz und Tänzer sind eins“, sowie „Intersein“ bezeichnen beide denselben Kernaspekt seiner Lehre, nämlich der wechselseitigen Verbundenheit von allem, was existiert.

Leben erfahre ich als die grundlegende Bewegungsenergie in dieser Verbundenheit. Diese Energie entspringt unterschiedlichsten Quellen, formt unterschiedliche Bahnen, beeinflusst sich gegenseitig oder fließt zusammen – ganz wie in einem großen Tanz. Den grundlegendsten Zugang zu unserem eigenem Antrieb in diesem großen Tanz finden wir in unserer persönlichen Lebensenergiequelle in unserem Körper. Solange wir leben, sprudelt diese ständig in uns und aus uns heraus. Wenn sie versiegt, ist unser Körper nicht mehr belebt und zerfällt.

„Unser“ Leben kommt also aus unserer eigenen inneren Quelle. Aber die Energie aus dieser Quelle entsteht ja nicht aus dem Nichts heraus. Sie speist sich aus all der anderen Lebensenergie, welche existiert – z.B. über Nahrung und Wärme. Alle Lebensenergie ist also miteinander verbunden und fließt in einem großen Kreislauf, einem unendlichen Tanz. In dieser Verbindung erlebe ich eine Form von Intelligenz, die alles durchdringt, was lebt. Dadurch wird sie zur bestmöglichen Orientierung im Leben. Denn da sie alles durchdringt, sind Wahrnehmungen und Handlungen aus dieser Intelligenz heraus immer optimal mit allem, was lebt, in Beziehung.

Am reinsten ist diese Intelligenz vielleicht in unserer eigenen inneren Energiequelle zugänglich. Zahlreiche meditative Praktiken zielen genau darauf ab, möglichst unverfälscht durch geistige und körperliche Ablenkungen diese innere Quelle direkt wahrzunehmen und dadurch Zugang zu der beschriebenen höchsten Intelligenz zu bekommen. Und dennoch gelingt dies nur wenigen und dann auch meist nur in wenigen Augenblicken. Denn leider sind Körper und Geist häufig in Bezug auf äußere Reize schon sehr tief und unbewusst konditioniert und damit automatisiert. Und daher scheint dieser direkte Zugang nur unter sehr speziellen Bedingungen noch möglich zu sein.

Ein Zugang zu dieser höchsten Intelligenz, der nicht gleichzeitig auch direkt im eigenen Handeln und in der Welt wirksam werden kann, hat aber nur einen äußerst reduzierten Nutzen. Will ich andererseits möglichst dauerhaft von diesem Zugang profitieren, gilt es meiner Meinung nach weiterhin ein persönliches umfängliches Verständnis für die beiden grundlegenden Hindernisse dieses Weges in Körper und Geist aufzubauen. Und dann im nächsten Schritt dieses Verständnis konsequent und aktiv im Alltag anwenden zu lernen.

Meine Arbeit mit einzelnen Personen, Gruppen und Organisationen hat daher die folgenden Säulen:

  • Kontakt zur eigenen Quelle herstellen und diese wertschätzen lernen.
  • Energie-Blockaden im Körper wahrnehmen und damit umgehen.
  • Energie-Blockaden im Geist, insbesondere im Bereich soziale Beziehungskräfte und Scham, wahrnehmen und damit umgehen.

Sind diese 3 Zugänge offen, wird etwas möglich, was manchmal wie Magie anmutet: Die Lebensintelligenz breitet sich aus der Quelle durch den gesamten Körper, den gesamten Beziehungsraum und danach in der Welt aus. Damit übernimmt die höchste Intelligenz die Führung. Innere Wahrheit und äußere Handlung werden eins. Dies stellt für mich die höchste Form der Lebendigkeit, aber auch Intelligenz und Kreativität dar, die ich kenne. Tanz und Tänzer werden eins. Grund genug für mich, immer effizientere Wege zu finden, mir und anderen Menschen diesen Zugang immer wieder erneut zu ermöglichen.

Es würde mich sehr freuen, wenn ich auch Sie diesbezüglich mit meinen Angeboten unterstützen dürfte.

Berlin, 15. Juni 2020

Gunnar Görke