Über mich

Profilbild Gunnar Görke

Studium und Beruf

Wenn ich mich, Gunnar Görke, mit einem Wort beschreiben sollte, dann wohl am ehesten mit „lebenshungrig“. Ich habe einen starken Hunger nach Lebendigkeit und Lebensintensität. Dieser Hunger treibt mich an. Daher mag ich den Satz, den Steve Jobs 2005 in seiner berühmten Rede den Absolventen der Stanford University mit auf den Weg gab: „Stay hungry! Stay foolish!“

Diese Rede hätte ich schon bei meinem Abi hören wollen. Stattdessen studierte ich dann erst einmal Wirtschaftswissenschaften und dann Betriebswirtschaftslehre. Beides fand ich eigentlich viel zu theoretisch und eher uninteressant. Im Hauptstudium kam dann die Informatik dazu und machte das Ganze endlich praktisch greifbar. All diese graue Theorie machte für mich schließlich dann erst Sinn, als ich sie konkret automatisieren konnte. Diese ganze Zahlenschieberei sollten doch die Computer machen, so dass sich Menschen wieder mehr auf das Wesentliche konzentrieren können.

Das bereitete mir Freude und ich sah darin auch Sinn: Es schien mir die Menschen von unnötiger Bürokratie zu befreien und Ihnen wieder Raum zum Leben zu geben. Daher begann ich nach meinem Studium im Jahr 2000 bei der SAP zu arbeiten und entwickelte konsequent weiter Software, insbesondere für große Unternehmen.

Zen

Dennoch machte mich diese rein rationale Seite meines Lebens nicht satt. Und ich suchte etwas, was mir Zugang zu einer größeren Tiefe verschaffen konnte. So begann ich bereits Ende der 90er Jahre mit der Meditation. Hierbei zog mich am ehesten die Klarheit der Zen-Meditation. 1999 traf ich zum ersten Mal im Kloster „Plum Village“ in Südfrankreich den vietnamesischen Zen-Meister Thich Nhat Hanh. Dieser sollte mich in den folgenden Jahren sehr prägen. 2003 gründete ich z.B. in Walldorf die erste Zen-Meditationsgruppe der SAP und gleichzeitig eine weitere Meditationsgruppe in Heidelberg. 2006 machte ich dann eine Auszeit und verbrachte 4 Monate in Plum Village. Dabei überlegte ich mir ernsthaft, ggf. sogar als Mönch zu ordinieren. Denn die Zen-Praxis hatte mir bislang eine Lebenstiefe zugänglich gemacht, die ich so noch nicht kannte.

Thich Nhat Hanh 1999 bei einer Lehrrede in Plum Village

Doch es sollte anders kommen. Ich war glaube ich einfach zu verrückt für das Kloster. Die vielen stillen Gehmeditationen dort erfüllten mich einfach nicht mehr ausreichend und ich begann stattdessen in den Feldern zu tanzen. Da das zu einem Mönch so gar nicht gepasst hätte, beschloss ich, weiter bei der SAP zu bleiben und zu schauen, was sonst noch erfahren werden will.

Selbsterfahrung

Und dann ging es richtig los: Ende 2006 entdeckte ich dank meines damaligen Mitbewohners Frank Schneider die sehr inspirierende und vielseitige Selbsterfahrungs-Szene und tauchte dort mit all meiner Leidenschaft ein.
Dies führte mich bis heute unter zahlreichem anderem durch folgende Schulen, Traditionen und Ausbildungen:

Integration in den Beruf

Vieles davon hatte natürlich auch Einfluss auf meine Arbeit bei der SAP – so wie es bereits mit der Meditation davor geschehen war. Denn die 2003 gegründete morgendliche betriebliche Meditationsgruppe leitete ich danach noch weitere 7 Jahre. Weiterhin initiierte ich z.B. 2007 als Projektarbeit des Landmark Seminares für „Selbstausdruck und Führungsqualität“ innerhalb der SAP einen durch den HR-Vorstand gesponsorten „Tag der Anerkennung“ an den Standorten Walldorf und Rot.

Plakat des SAP Anerkennungstages 2007

Aber es gab vor allem ein ganz bestimmtes Thema, welches mich während all der Selbsterfahrung immer mehr in den Bann zog. Und das war die Magie, die in einem Raum tanzen konnte, wenn alle Menschen darin authentisch verbunden waren. „Tanz und Tänzer sind eins“ zeigte sich hier in seinem größten Potenzial. Es war wohl 2013, als ich zum ersten Mal eine Gruppe anbot, bei der nach intensiver Gruppendynamik ab einem bestimmten Punkt eine höhere Intelligenz zu führen schien. Die Vision des „Wahrheitsraums“ war geboren.

Aber ließen sich diese Qualitäten, Authentizität und Verbundenheit, auch in einem Unternehmen wie der SAP entfalten? Auf jeden Fall vermisste ich sie dort teilweise in meiner Arbeit sehr. Ich erlebte dies als sehr leidvoll für die Menschen und sehr teuer für das Unternehmen. Dennoch empfand ich meine Möglichkeiten als Software-Entwickler, hier Einfluss zu nehmen, als zu beschränkt. Also wechselte ich Ende 2012 in die Rolle des internen strategischen Beraters. Hier bekam ich die Chance, in einer speziellen weltweiten Initiative für einen Teilbereich der SAP von rund 1600 Personen dieses Thema weiter zu verfolgen.

Ende 2014 gipfelte das in einer weltweiten Vollversammlung unseres Teilbereiches. Hierbei waren viele Kollegen und ein Großteil des Senior-Managements in Walldorf vor Ort und weitere große Teile der weltweiten Mitarbeiter live via Videosession zugeschaltet. Eingeleitet wurde dieses Meeting durch einen Vortrag von Herrn Robert Schröder von der Lufthansa, den Herr Schröder mit mir gemeinsam im Vorfeld speziell auf unsere Situation angepasst hatte. In nur gut 2 Stunden entwickelte sich daraus dann ein Klima der Verbundenheit und Authentizität, wie es für solch ein Meeting in einem Business-Umfeld wohl vorher keiner für möglich gehalten hätte. Die Magie tanzte auch hier offen im Raum. Ich war total beeindruckt und es gab überwältigendes Feedback wie z.B. „bestes Meeting innerhalb von 15 Jahren SAP“. Der Wahrheitsraum von Authentizität und Verbundenheit funktionierte also auch im Großen.

Und dennoch schaffte ich es persönlich nur unzureichend, diese meiner Meinung nach so wichtigen Qualitäten im Konzernumfeld konsequent zu leben – insbesondere wenn ich in konzernweiten, bereichsübergreifenden Aktivitäten nur zuarbeiten sollte. Ich versteckte mich weiterhin viel zu häufig selber hinter meiner eigenen SAP-Persönlichkeitsstruktur, die ich mir im Laufe der Jahre zugelegt hatte. Irgendwann wusste ich nicht mehr weiter und bewarb mich 2015 für ein Abfindungsprogramm. Mit diesem verließ ich dann am 29. Februar 2016 die SAP.

Neustart

Und mir war klar: Wenn ich wirklich konsequent sein wollte, würde ich erst wieder anfangen, für Geld zu arbeiten, wenn ich dafür einen wirklich authentischen, verbundenen Impuls verspüren würde.
Auf dieser bis heute andauernden Reise verstand ich dann nach und nach die tiefen Ursachen und Blockaden in mir selbst, aber damit wohl auch in vielen anderen Menschen, die zwischen mir und einem authentischen, verbundenen Leben lagen. Es war eine sehr persönliche Reise in die grundlegenden Zusammenhänge von Würde und Scham, Traumatisierung und Heilung, Fühlen und Mitfühlen, Mut und Demut, Liebe und Selbstliebe und damit zu den Grundlagen des „Mensch-Seins“.

Ich weiß noch nicht genau, wo mich diese Reise noch hinführen will. Aber ich habe mittlerweile ein tiefes Vertrauen darin gefunden, dass es grundlegend für die zukünftige effektive Ausübung meiner tiefsten Leidenschaft sein wird:
Nämlich Räume zu schaffen, in denen die Magie des Lebens voll und ganz die Führung übernehmen und das Leben frei tanzen kann.
Räume, in denen Tanz und Tänzer eins sind.

Berlin, 21. Mai 2020